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Die Standorte

Die Geschichte der Sammlung

Einzelne Sammlerpersönlichkeiten des Hauses, die zumeist auch als Auftraggeber fungierten, trugen entscheidend zur Mehrung der Bestände bei. Folgende Sammlungen bilden die Grundlage für die heutige Kunstkammer:

Die Kunst- und Wunderkammer Ferdinands II. von Tirol (1529-1595). Sie hat ihre erste Aufstellung auf Schloss Ambras bei Innsbruck gefunden; in ihr ist uns auch der Großteil der noch erhaltenen Stücke aus den älteren Sammlungen der Kaiser Friedrich III., Maximilian I. und Ferdinand I. überliefert.

Die Kunstkammer Kaiser Rudolfs II. (1552-1612), die in Prag zusammengetragen wurde. Viele der rudolfinischen Schätze gingen zwar bei der Plünderung der Prager Burg im Dreißigjährigen Krieg der Nachfolgesammlung für immer verloren, doch wurde diese aus den zuvor nach Wien verbrachten Beständen mit hervorragenden Werken der Goldschmiede- und Steinschneidekunst der Zeit um 1600 sowie um meisterhafte Bronzen bereichert.

Im 17. Jahrhundert kamen die Bestände aus der Kunstkammer Erzherzog Leopold Wilhelms (1614-1662) hinzu, des Bruders Kaiser Ferdinands III., der Statthalter in den Niederlanden war. Er wird zwar vor allem als einer der Väter der Gemäldegalerie gerühmt, doch hat er mit den großen Bildersammlungen italienischer Provenienz auch vorzügliche Renaissancebronzen gekauft und außerdem Kleinplastik aus Stein und Holz gesammelt.

In die Wiener Schatzkammer schließlich, ursprünglich die älteste habsburgische Kunstkammer, gelangten im 17. Jahrhundert neben den am Wiener Hof nach wie vor sehr beliebten Arbeiten aus Halbedelsteinen Drechselarbeiten aus Elfenbein, Schnitzereien aus Rhinozeroshorn und miniaturhafte Wachsmodellierungen.

Die Ambraser Sammlung wurde vor den Truppen Napoleons nach Wien in Sicherheit gebracht, wo sie im Unteren Schloss Belvedere zunächst ihre Selbständigkeit bewahrte. Erst die unter Kaiser Franz Joseph I. ab 1875 in Angriff genommene große Reform der kaiserlichen Sammlungen vereinte schließlich alle Kunstkammerbestände im 1891 eröffneten Kunsthistorischen Museum und beließ nur die Objekte mit Insigniencharakter und solche, die an Mitglieder des Kaiserhauses erinnern, in der Schatzkammer.

Die neue Sammlung, die ihren Platz im Hochparterre des Gebäudes fand, wurde zunächst als „Sammlung kunstindustrieller Gegenstände“ bezeichnet, 1919 erhielt sie den ebenso wenig charakteristischen Namen „Sammlung für Plastik und Kunstgewerbe“. Da die Sammlung jedoch nur in geringem Maße Großplastik und so gut wie gar keine zweckgebundenen Gegenstände des Kunsthandwerks enthält, entschloss man sich 1990 zur Rückbenennung in „Kunstkammer“.

Der hohe Rang dieser Sammlungen war schon im 16. und 17. Jahrhundert notorisch. Nicht wenigen europäischen Fürsten war es eine Ehre, diesen Glanz durch passende Geschenke noch zu erhöhen. Auch wenn sich ab dem 18. Jahrhundert die künstlerischen Ambitionen des Hauses Habsburg mehr und mehr auf die Architektur, die Musik und das Theater verlagerten und später dann die Reorganisation der Sammlungen und der Bau des Kunsthistorischen Museums im Vordergrund des Interesses und der Bemühungen standen, erhielt die Sammlung doch immer noch Zugänge von bedeutenden Einzelstücken.

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 gliederte man ihr die Sammlungen der Linie Österreich-Este an, 1921 kam die bis dahin vom Gardemeuble verwaltete Tapisseriensammlung dazu, nahezu 800 Wandteppiche, die ursprünglich der Ausgestaltung der kaiserlichen Schlösser gedient hatten. Diese Sammlung zählt zu den bedeutendsten ihrer Art und wird nur von jener der spanischen Krone übertroffen. Noch kurz vor dem „Anschluss“ an das nationalsozialistische Deutschland 1938 bereicherte das Legat Gustav von Bendas die Sammlung mit einigen erlesenen Hauptwerken der Florentiner Frührenaissance. Den Zweiten Weltkrieg überstand sie glücklicherweise mit sehr geringen Verlusten. Schmerzlich sind jene der Tapisseriensammlung, weil Stücke, deren Leihgabe zu Ausstattungszwecken nach Berlin und Karin-Hall erzwungen wurde, dort verschollen sind.

Seit 1963 sind die Bestände der Sammlung wieder im Kunsthistorischen Museum vereint. 2002 erforderten die baulichen und technischen Gegebenheiten die vorübergehende Schließung der Kunstkammer. Die grundlegende Sanierung und Erweiterung der Räumlichkeiten sowie die Neuaufstellung und zeitgemäße Präsentation der Objekte sollen die immense Bedeutung dieser kostbaren Sammlung wieder bewusst machen.