Theseustempel Kunsthistorisches Museum Wien Kunsthistorisches Museum Wien Neue Burg Kaiserliche Schatzkammer Wien
  • Kunsthistorisches Museum Wien
  • Kunsthistorisches Museum Wien Neue Burg
  • Kaiserliche Schatzkammer Wien
  • Theseustempel Wien

Entdecken Sie auch

Die Kaiserliche Wagenburg Wien
Das Schloss Ambras Innsbruck
Weltmuseum Wien
Das Österreichische Theatermuseum

Die Standorte
Kaiser Karl V. erobert Tunis
Kaiser Karl V. erobert Tunis
Kaiser Karl V. erobert Tunis
Kaiser Karl V. erobert Tunis
Kaiser Karl V. erobert Tunis
Kaiser Karl V. erobert Tunis
Kaiser Karl V. erobert Tunis

Kaiser Karl V. erobert Tunis

Dokumentation eines Kriegszuges

Im Juni 1535 stach Kaiser Karl V. mit einer Flotte von 400 Schiffen und über 30.000 Soldaten von Sardinien aus in See, um das von Osmanen besetzte Königreich Tunis zu erobern. Um die Ereignisse des Feldzuges und seinen erhofften Sieg in allen Details der Nachwelt zu überliefern, hatte Karl V. neben Historikern und Dichtern auch seinen Hofmaler Jan Cornelisz Vermeyen als Begleiter und Berichterstatter ausgewählt. Erst 1546, elf Jahre nach dem Sieg, erhielt der flämische Künstler den Auftrag, Vorlagen für insgesamt zwölf monumentale Tapisserien mit Darstellungen des Feldzuges anzufertigen. Als Grundlage dienten ihm Zeichnungen und Skizzen, die er selbst vor Ort in großer Zahl angefertigt hatte.

Solche Kartons, also original große Vorlagen, die dem Wirker als Hilfsmittel bei der Herstellung von Tapisserien dienten, haben sich nur selten erhalten. Das Kunsthistorische Museum ist jedoch in der glücklichen Lage, zehn der ehemals zwölf „Tunis-Kartons“ zu seinem Bestand zu zählen. Sie haben die Zeiten überstanden, da sie als eigenständige Kunstwerke geschätzt und von späteren Generationen sogar Tizian zugeschrieben wurden. Bei der Ausführung dieser Kartons in Kohlestift, koloriert mit Aquarell bzw. Gouachfarben, wurde Vermeyen unter anderem vom flämischen Maler Pieter Coecke van Aelst unterstützt. Vier Jahre dauerte es die bis zu 4 Meter hohen Vorlagen zu vollenden. Die topographisch genau wiedergegebenen Schauplätze und die detailreichen Schilderungen führen das turbulente Kriegsgeschehen anschaulich vor Augen. Auf jedem Karton ist eine oder mehrere Phasen des Feldzuges dargestellt. Für das inhaltliche Programm war vermutlich der spanische Historiker und Kosmograph Alsonso de Santa Cruz verantwortlich, der zwar nicht an dem Feldzug teilgenommen, aber auf der Grundlage von Augenzeugenberichten einen vielbeachteten geschichtlichen Abriss der Ereignisse verfasst hatte.

Diese einzigartigen Kartons stehen im Zentrum der Ausstellung. Ergänzt wird der Blick auf die Eroberung von Tunis durch Bestände verschiedener Sammlungen des Kunsthistorischen Museums wie der Bibliothek, der Gemäldegalerie, der Hofjagd- und Rüstkammer, der Kunstkammer, dem Münzkabinett sowie Schloss Ambras Innsbruck, die verschiedene Blicke auf das Geschehen von 1535 ermöglichen .


Mille Regretz
Eine Audiotour zu Vermeyens Kartons von Benny Nemerofsky Ramsay

Wo beginnt die Geschichte? Beginnt die Geschichte überhaupt? Die Bilder erzählen eine Geschichte, die sich in alle Richtungen entwickelt: nach oben und unten, ganz nah im Vordergrund und unendlich weit weg am Horizont. Für welche Richtung wirst du dich entscheiden, sobald du den Gang betrittst? Du kannst sowohl von links als auch von rechts beginnen. Die Geschichte wird erzählt, egal wofür du dich entscheidest - aber ist es jeweils dieselbe Geschichte?

Mille Regretz wurde speziell für die Ausstellung "Kaiser Karl V. erobert Tunis" geschaffen und nimmt den Besucher mit auf eine einzigartige Führung zu den zehn Kartons. Der Künstler Benny Nemersofsky Ramsay vermittelt uns historische Details und persönliche Eindrücke, künstlerische Kuriosa und musikalische Impulse. Abwechselnd sachlich und poetisch hinterfragt Mille Regretz, wie moderne Besucher wie wir Vermeyens Bilder verstehen.

Benny Nemerofsky Ramsay (Montréal, 1973) ist Künstler und Tagebuchschreiber. In seinen Arbeiten verwendet er Videos, Ton und Sprache und sinniert über die Geschichte des Liedes, die sprachliche Darstellung von Liebe und Gefühlen und die Auferweckung und Manipulation von Stimmen – gesungen, gesprochen und geschrien. Seine Arbeiten werden international gezeigt und sind in der ständigen Sammlung der National Gallery of Canada vertreten. Nemerofskys Beschäftigung mit den Kartons von Vermeyen begann während seiner Zeit als Artist-in-Residence im  Wiener Museumsquartier.

Information

07. Mai 2013 bis 31. März 2015

Kunsthistorisches Museum Wien
Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien

ÖffnungszeitenJuni bis August
täglich 10 – 18 Uhr
Do bis 21 Uhr


September bis Mai
Di – So, 10 – 18 Uhr
Do, 10 – 21 Uhr

Einlass ist jeweils bis eine halbe Stunde vor Schließzeit!

Aufgrund von Sanierungsmaßnahmen kann es in der Zeit von 1. bis 31.8.2014 zu tageweisen Schließungen des Münzkabinetts kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis!
Sonderöffnungszeiten