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Landmarks & Talking Heads 2009

Ungewöhnliche Architektur-Portät-Fotos

Eine Kooperation des Kunsthistorischen Museums mit Peter Korrak
Kunsthistorisches Museum, Bassano Saal

„Schwindelerregend“ wirken auf den ersten Blick viele der Fotografien von Peter Korrak, die er über längere Zeit hinweg mit seinem Projekt „landmarks & talking heads“ realisiert hat. Mit diesem einzigartigen Vorhaben werden aus einer ungewöhnlichen Perspektive Persönlichkeiten aus Kultur, Kunst, Politik, Sport, Klerus und Wirtschaft mit „ihren“ Bauwerken und deren Architekturen gewissermaßen verschmolzen.

Nicht nur die fototechnische Brillanz fasziniert (eine Hasselblad 3D – die Digitalkamera mit dem derzeit höchsten Auflösungsvermögen von 60 Millionen Megapixel – ist ihm gerade gut genug), sondern auch die Intention und das Konzept: Die spezifische Verschränkung von Porträt- und Architekturfotografie eröffnet neue Wahrnehmungsformen, indem die Individualität der jeweiligen Persönlichkeit mit der Individualität der Architektur in Verbindung gebracht wird und dadurch neue Blicke auf Bekanntes und Vertrautes entstehen.

Mit dem filmischen Prinzip von Schuss und Gegenschuss, hier die Wahl einer Perspektive von unten und einer Perspektive von oben als „making of“, ergibt sich ein eindringliches Panorama von Bauwerken und Personen. Allerdings geht es dabei keineswegs um Verfremdung oder Entstellung, im Gegenteil: Mit dem Entschluss, allen Persönlichkeiten die Möglichkeit zu geben, sich gemeinsam mit einem ihrer Lieblingsobjekte zu präsentieren, werden die Momente von Individualität und Identität weiter akzentuiert.

Dabei eröffnen sich vielfältige Fragen zur Identität von Architektur und zu der damit beruflich verbundenen Persönlichkeit: Wie weit vermag ein Bauwerk eine Persönlichkeit zu prägen, und inwiefern prägt umgekehrt eine Persönlichkeit das Bauwerk, in dem sie tätig ist? Profitiert sie von der Architektur oder diese von ihr? Gibt es eine „Madam KHM“? Einen „Mister Albertina“? Allerdings könnte man nur auf den ersten, oberflächlichen Blick annehmen, dass hier Narzisstisches erkennbar wird; dieses wird vielmehr durch den Blick des Fotografen und durch seine Konzeption permanent unterlaufen: Keine Parade der Eitelkeiten findet hier statt, sondern eine lust- und freudvolle Identifizierung und eine Schaffung von kulturellen und gesellschaftlichen „Landmarks“.

Peter Korraks mit Leidenschaft entwickeltes Projekt wird zu einem säkularisierten Pantheon von Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich und deren Gesten, zu einem wahren Vademecum der Selbsterkenntnis und Selbstverkennung – denn „Ich ist ein anderer“, meinte schon Arthur Rimbaud.

Die Ausstellung „landmarks & talking heads“ ist als komplexes Unternehmen konzipiert: Neben der Ausstellung und einem Bildband sowie einer DVD mit einem Video des „making of“ wird es mit der Österreich- und der Wien-Werbung eine Zusammenarbeit geben; dazu kommt ein karitatives Projekt, in dessen Rahmen die großformatigen Fotografien versteigert werden. Und dies alles in und als High End.

Für 2010 ist geplant, das Projekt „landmarks & talking heads“ in allen 9 Bundesländern Österreichs fortzusetzen, um damit ein umfassendes, modernes Österreichbild zu generieren, welches in der Folge die Stärken unserer Heimat - wie Kultur, Architektur, Design, Landschaft und Persönlichkeit - in die ganze Welt hinaus transportieren soll. Auch ein Bildband „landmarks & talking heads“ ist in Vorbereitung.

Information


bis

Kunsthistorisches Museum Wien
Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien

Öffnungszeiten
Juni bis August
täglich 10 – 18 Uhr
Do bis 21 Uhr


September bis Mai
Di – So, 10 – 18 Uhr
Do, 10 – 21 Uhr

Einlass ist jeweils bis eine halbe Stunde vor Schließzeit!

Am 1. November 2014 (Allerheiligen) hat das Kunsthistorische Museum Wien für Sie geöffnet!Sonderöffnungszeiten


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