Suche nach ...
Ansichtssache #17

Ansichtssache #17

Ein Quell in der Wüste

Moses schlägt Wasser aus dem Felsen von Jacopo Bassano

Die 17. Auflage der Ansichtssachen widmet sich einer „Neuentdeckung“ aus dem weltweit größten Bestand an Werken der Malerfamilie Bassano in der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums. Moses schlägt Wasser aus dem Felsen von Jacopo da Ponte, genannt Bassano, wurde aufgrund seiner Einstufung als Werk eines Nachfolgers deponiert und vor Publikum sowie Spezialisten in den letzten 50 Jahren verborgen gehalten. Dank dem Forschungsprojekt über den Bassano-Bestand der Gemäldegalerie konnte das Gemälde als Meisterwerk Jacopos (um 1570-1575) wiedererkannt werden.

Durch die gekonnte farbliche Regie wird der Blick des Betrachters in die Mitte der Komposition geführt, wo das Wunder gerade stattgefunden hat. Jacopo Bassano, dessen koloristisches Talent in der venezianischen kunstkritischen Literatur des 17. Jahrhunderts groß zelebriert wurde, inszeniert die biblische Episode in der sanften, hügeligen Landschaft der venetischen Voralpen, wie der unverkennbare Gipfel des Monte Grappa am Horizont bestätigt. Die Ausführung des Gemäldes ist von hoher künstlerischer Qualität und bemerkenswerter Meisterschaft charakterisiert. Die anscheinend summarische und rasche Malweise erweist sich als Zeichen von großem technischen Können und einer erstaunlichen chromatischen Sensibilität. Wenige Pinselstriche genügen, um ein Profil anzudeuten, ein Gesicht zu skizzieren, den Leib eines Tieres zu zeichnen, auf dem sich dann das Licht reflektiert und die unterschiedliche Stofflichkeit der Oberflächen erkennbar macht.

Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen bestätigten, dass Jacopo die Komposition im Voraus geplant und die räumliche Einteilung der Szene auf der Leinwand durch eine mit dem Pinsel aufgetragene Unterzeichnung festgehalten hatte. Der Aufbau der Komposition ist malerisch gelöst: Bassano setzt die brillanten Pigmente als Akzente für Schlüsselfiguren ein und rückt die noblen Farblacke in den Vordergrund. Damit fügt er sich in die Tradition der venezianischen Malerei ein, indem er die Komposition hauptsächlich anhand der Farben aufbaut.


Jacopo da Ponte, gen. Jacopo Bassano (um 1510 - 1592 Bassano), Moses schlägt Wasser aus dem Felsen, um 1583/1585, Leinwand, 82 x 114 cm © KHM-Museumsverband

Information

2. Dezember 2016
bis 19. März 2017

Gemäldegalerie
1. Stock, Saal IV
Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien

Öffnungszeiten
Juni bis August
täglich 10 – 18 Uhr
Do bis 21 Uhr


September bis Mai
Di – So, 10 – 18 Uhr
Do, 10 – 21 Uhr

Einlass ist jeweils bis eine halbe Stunde vor Schließzeit!

Sonderöffnungszeiten

to top